Von der Jahrtausendwende. Berichte zur Lage der Nation.

Bericht zur Lage der Zukunft - Peter SloterdijkBroschur 732 Seiten  Verlag Suhrkamp

Inhalt

Während die meisten zeitdiagnostischen Aussagen von heute sich in symptomatischer Weise der Präposition post bedienen – Postmoderne, Postmaterialismus, Posthistoire, Postindustrialismus, nach 1968, nach Freud, nach der Metaphysik, nach Tschernobyl -, soll der vorliegende Band die vorherrschende Blickrichtung umkehren. Was zeigt sich dem Realität sondierenden Blick, wenn man die Gegenwart nicht mehr nur als Nach-Vergangenheit versteht? Welche Horizonte gehen auf, wenn wir im Jetzt nicht nur den Hohlraum sehen, der vom Verschwindender eben noch dominierenden Aktualität zurückgelassen wird, sondern auch schon den Vorschein der Zukunft? Ist die Unterstellung berechtigt, daß heute jeder Zeitgenosse unweigerlich auch sein eigener Futurologe ist? Was heißt es, in einer Zeit wie dieser sich eine Zukunft vorzustellen? Peter Sloterdijk bat 32 Autorinnen und Autoren (Literaten, Philosophen, Historiker, Politiker) darum, ihre »Stichworte zur aktuellen Lage der Zukunft« zu Papier zu bringen. Die These, wonach »die Zukunft schon begonnen hat«, soll nicht den Multis und Programmdirektoren des Computerzeitalters überlassen werden.

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Inhaltsverzeichnis

ERSTER BAND

Peter Sloterdijk
Vorwort

I. Unter dem Makroskop

Eberhard Sens
Der Heilige Georg und die planetarische Perspektive

Thomas H. Macho
So viele Menschen
Jenseits des generalogischen Prinzips

Georg Kohler
Warum nicht Apartheid. Wie sich das 19. im 21. Jahrhundert wiederholen sollte

Gerburg Treusch-Dieter
Der Anfang vom Ende. Zur Geschichte der Strahlung von Platon bis Tschernobyl

Hans Magnus Enzensberger
Vermutungen über die Turbolenz

II. Die Zeitigung der Zeit oder: Ob uns zukommt, was auf uns zukommt

Niklas Luhmann
Die Zukunft kann nicht beginnen: Temporalstrukturen der modernen Gesellschaft

Manfred Frank
»Die eigentliche Zeit in der Zeit«

Stanislav Lem
Die Vergangenheit der Zukunft

Rüdiger Safranski
Warum die Vergangenheit meinen Bedarf an Zukunft deckt

III. Die Welt als Plädoyer und Projekt

Peter Glotz
Software und Souveränität. Über die Zukunft der Telekommunikation und die Isolation der Eliten in Europa

Erwin Chargaff
Geben Sie mir eine andere Zukunft!

Matthias Horx
Verschämtes und verspätetes Plädoyer für die Weltraumfahrt

Bodo Hombach
»Denken folgt auf Schwierigkeiten und geht dem Handeln voraus.« Aufruf zur Renovierung der Reformpolitik

György Konrád
Plädoyer für eine interkommunikative Architektur in Europa. Künstlerische Artikulation unseres Raum-Zeit-Erlebens

Gerda Lerner
Blick auf das Jahr 2000

ZWEITER BAND

IV. Konstanten – Zyklen – Trends

Dieter Senghaas
Setzt sich der Prozeß der Zivilisation fort? Über die Zukunft internationaler Politik

Valentin Braitenberg
Durch ein schmales Fenster betrachtet

Ulrich Beck
Jenseits von Frauen- und Männerrolle oder Die Zukunft der Familie

Cornelia Klinger
Die Frau von morgen – aus der Sicht von gestern und heute

Clément Rosset
Kurze Anmerkung zur sogenannten »Post-Modernität«

V. Reduktion von Komplexität der Wahrnehmung

Martin Roda Becher
Trink mich oder trink mich nicht. Notizen aus dem Delirium präsens

Caroline Neubaur
A Good Enough Future

Jean-Pierre Dubost
Die Zukunft des Textes

Christina von Braun
Die Schatten werden kürzer

Bernd Guggenberger
Zwischen Postmoderne und Präapokalyptikon: Zurück in die Zukunft oder Nach uns die Machine? Zur Dialektik von Arbeitsorganisation und Daseinsgestaltung

Fernando Savater
Die Zukunft der Ethik

VI. Fortsetzungseschatologie oder: Bedenke das Nicht-Ende

Jürg Laederach
Der Zukunft ein Dach. Ein Exkurs

E. M. Cioran
Die negative Seite de Fortschritts

Anatolij Kim
Die Zukunft ist in uns

Dietmar Kamper
Zeit gewinnen. Eine Erinnerung an die Zukunft

George Tabori
Don im Himmel

Peter Sloterdijk
Nachwort
Etwas vor sich haben