Weltrevolution der Seele

Weltrevolution der Seele - Peter SloterdijkBroschur 1.031 Seiten  Verlag Artemis & Winkler

Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart

Peter Sloterdijk, Thomas Macho

Editorische Notiz zum Gesamtwerk

Diese Anthologie, die sich zugleich als Lesebuch und als Arbeitsbuch vorstellt, wendet sich an das Publikum mit einer doppelten Einladung: sie verspricht Abenteuerfahrten des Lesens durch so faszinierende wie unerschlossene Regionen spiritueller Überlieferung; sie stellt zudem, jenseits von bloßer Faszination, das Programm der religions- und kulturwissenschaftlichen Bearbeitung eines großen Zusammenhangs in Aussicht.
Aufmerksame Leser werden in der Geste des Angebots an zwei Seiten ein durchgehendes Muster dieses umfangreich geratenen Buchs entdecken. Es richtet sich an ein allgemeines Publikum und schließt doch zugleich die Experten ein; es gibt älteste Dokumente
wieder und trennt diese nicht von ihrem aktuellsten Echo; es hat Platz für ekstatische Töne, aber auch für erörternde Stimmen; es spricht ebenso aus dem beschädigten Leben wie aus dem weltkindlich-unverletzten. Es setzt im großen und ganzen auf primäre Zeugnisse, ohne die Verfasser von «sekundären» und analytischen Beiträgen vom Zugang zur «Quelle» durchwegs auszuschließen. Es versammelt relativ kommentarlos eine Vielzahl von Dokumenten und artikuliert doch in der Art der Zusammenstellung nicht weniger als eine stumme «Großtheorie». Was den Leser selbst angeht, so hoffen die Herausgeber; daB er im Umgang mit diesem Werk zu einer persönlichen Balance zwischen der Lust am Entdecken und der Anstrengung durch den aufgerissenen Zusammenhang gelangen möge.
Bei diesem Sammelwerk, dessen weite und inklusive Tendenz unübersehbar ist, müssen Weglassungen besonders auffallen. Natürlich kann die Öffnung des Horizonts nicht bedeuten, daB nun alles Beliebige, was irgendwie gnosisrelevant erscheint, einen Anspruch auf exemplarischen Abdruck hätte. Von den auswahlleitenden Interessen der Herausgeber kann sich der Leser am ehesten ein Bild machen, indem er die Einleitungen zu Band I und II wie einen einzigen Essay liest. Danach dürfte etwas klarer geworden sein, warum in diesem Werk vieles fehlt, was den Kennern von den maßgeblichen Gnosis-Anthologien her vertraut ist, und warum umgekehrt vieles in vergleichsweise breiter Dokumentation auftritt, was anderswo nicht oder nur in knappen Hinweisen erwähnt wird. Im übrigen seien die Leser vor dem Missverständnis gewarnt, die Aufsätze der Herausgeber nur als Einleitungen in den jeweiligen Band zu verstehen; beide Texte wollen als Äußerungen über das gnostische Phänomen im ganzen gelesen werden und legen Zugänge zu dieser explosiven religionsgeschichtlichen Erscheinung von zwei verschiedenen Standpunkten her offen.
Die Herausgeber haben besonders bei den spätantiken und mittelalterlichen Quellen starke Zurückhaltung geübt. Der Natur ihres Projekts entsprechend konnte es ihnen nicht darum gehen, mit existierenden ausführlichen Sammlungen alter Texte in Konkurrenz zu treten. Wer sich in die Materie einarbeiten will, kommt um Standardwerke wie die dreibindige Dokumentation der Gnosis in der «Bibliothek der Alten Welt»¹ nicht herum; dort finden sich in (in Band II und III) auch Dokumente zu den Mandäern und zum Manichäismus-beides mit der Gnosis verwandte Religionen, die im vorliegenden Sammelwerk fast ganz ausgespart bleiben. Ein ausgezeichnetes Arbeitsmittel ist die von James M. Robinson edierte Sammlung «The Nag Hammadi Library in English»². Für nicht-dilettantische Studien zu den Apokryphen des Neuen Testaments sind die jüngst neu aufgelegten Editionen von Wilhelm Schneemelcher³ weiterhin unentbehrlich. Was die gelehrte Beschäftigung mit der islamischen Gnosis angeht, so bietet das Buch von Heinz Halm in der «Bibliothek des Morgenlandes»⁴ eine verlässliche Orientierung. Editionen dieser Qualität schützen den Leser, der solchen Schutz sucht, vor den charismatischen Suggestionen der meisten Sammlungen in den sogenannten Esoterik-Verlagen. Solange die Beschäftigung mit alten Zeugnissen hoher Spiritualität noch als Arbeit verstanden wird, bleibt ein philologischer Widerstand gegen die schnellen Himmelfahrten der Esoterik in Kraft. Es mag angesichts der psychodynamischen Sprengkraft der gnostischen Problematik nicht überflüssig sein, wenn die Herausgeber dieser beiden Bände ausdrücklich erklären, dass sie die Aufgabe des Editors nicht im Erregen und Predigen sehen, sondern im Eröffnen und Argumentieren. Eine Sammlung wie diese vorzulegen heiBt, mit den Mitteln der Wissenschaft und der Dichtung eine außerordentliche, und in gewisser Hinsicht unentrinnbare, Problematik zu bezeugen. Die Arbeit an diesem Buch hat die Herausgeber darüber belehrt, wie man als Psychohistoriker zum Dramaturgen, als Ideenhistoriker zum Psychotherapeuten wird.
Gerade dem geduldigen, man könnte auch sagen dem belastbar-verführbaren Leser wird die Heterogenität der Quellen zunehmend zu Bewußtsein kommen. In welchen Büchern kommen sonst apokryphe Evangelien und poetische Lügengeschichten unmittelbar, als gehörten sie zu einem fortlaufenden Text, zusammen? Wo sonst stehen Texte von Johann Gottlieb Fichte und E. M. Cioran ohne Überleitung nebeneinander? Auf welchen Kolloquien könnten sich sonst Drogentherapeuten und Religionsphilosophen direkt gegenüberstehen? Das Multiversum der Gnosis – so lautet die These der Herausgeber – macht solche harten Fügungen nicht nur möglich, sondern auch nötig und fruchtbar. Die Aufnahme so vieler und so unterschiedlicher Texte in diese Sammlung wäre absurd ohne die Überzeugung, daB das aus seinem Zusammenhang Gerissene hier in einen neuen und erweiterten Zusammenhang eintritt, in dem der einzelne Text mehr an Sinn gewinnt als er durch seine Isolierung verlor; die Entdeckung dieses Sinns ist identisch mit dem Abenteuer der Lektüre, zu dem die beiden Bände herausfordern. Nur in dieser Wette auf die Entdeckbarkeit eines größeren Zusammenhangs läßt sich die extreme Ungleichförmigkeit und Ungleichwertigkeit der zusammengetragenen Texte rechtfertigen. Im Vertrauen auf die Tragkraft des impliziten Zusammenhangs haben die Herausgeber es darauf ankommen lassen, die Dokumente ohne Einzeleinführungen und Übergänge zusammenzustellen – wie eine Trockenmauer, nur auf Passungen im Material selbst beruhend. Manche Kenner der Materie werden ohne Zweifel daran Anstoß nehmen, daB unter den «Motiven der Gnosis» die Lehre von den Äonen weitgehend fehlt, ebenso wie man kaum Hinweise auf den Doketismus oder die gnostische Sophiologie finden wird. Auch der satanologische Komplex, der mühelos – vor allem im Blick auf dichterische Beiträge von John Milton bis Victor Hugo – zu einem Buch ähnlichen Umfangs hätte entwickelt werden können, bleibt skizzenhaft. Solche Absenzen erklären sich weitgehend aus den Intentionen der Herausgeber, denen es bei den ausgewählten Dokumenten nicht auf eine vollständige Übersicht über die charakteristischen Motive der historischen Gnosis ankam. Vielmehr wollten sie eine spezifische psychohistorische Vision von der Gnosis als metaphysischer Revolte und als religiöser Spur der ontologischen Differenz plausibel machen. Aber wie bewußt manche einseitigen Akzentsetzungen auch vollzogen worden sein mögen : man kann als Herausgeber ein Buch wie dieses zu keinem Zeitpunkt aus der Hand geben, ohne die Empfindung zu haben, daB es in zahlreichen Aspekten unfertig und zu früh die Werkstatt verläßt…

¹ München/Zürich: Artemis-Verlag 1969-1980. ² San Francisco: Harper 1988. ³ Vgl. das Quellenverzeichnis. ⁴ München Zürich: Artemis-Verlag 1982.

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Inhaltsverzeichnis des ersten Bandes

Editorische Notiz zum Gesamtwerk

Peter Sloterdijk: Die wahre Irrlehre. Über die Weltreligion der Weltlosigkeit

Wo Nag Hammadi liegt
Wie die wirkliche Welt endlich zum Irrtum wurde
Eine kurze Geschichte der eigentlichen Zeit
Gnosis als negative Psychologie
Demiurgischer Humanismus – zur Gnosis der modernen Kunst

Erster Teil: Gnosis als Weltreligion

Zeugnisse aus vergrabenen Bibliotheken
Koptisches Thomas-Evangelium
Evangelium der Wahrheit
Apokryphon des Johannes
Apokalypse Adams
Thomas der Wettkämpfer
Philippus-Evangelium
Tanzlied Christi
Abhandlung über die Auferstehung
Exegese über die Seele
Perlenlied
Poimandres

Spätantike Phantombilder der Gnosis
Zur valentinischen Gnosis (Clemen Alexandrinus, Excerpt ex Theodoto 43,2-65,2: Auswahl)Zur Gnosis des Basilides (hippolyt, Refutatio VII; Auswahl)
Gegen die Ophiten (irenaeus, Adversus Haereses I,30, 1-15)
Zum Diagramm der ophianer (Origenes, Contra Celsum VI,24-38)
Gegen die libertinische Gnosis (epiphanius, Panarion XXV,2,1-XXVI,17,7; Auswahl)
Gegen die Verachtung des Kosmos (Plotin, Enneaden II,9)

Streit um die gnostische Moderne
Die gnostische Selbstvergottung des Wissens (Eric Voegelin, Wissenschaft, Politik und Gnosis)
Anbetung des Selbst (Philip J. Lee, Wider die protestantischen Gnostiker)*
Verteidigung der Neuzeit (Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit)
Rückfall in die Gnosis? (Odo Marquard, Das gnostische Rezidiv als Gegenneuzeit)

Kryptognosos – Metagnosos – Gnosisforschung
Erster Teil: Ein religionswissenschaftliches Kolloquium

Das gnostische Weltgefühl (Gilles Quispel, Gnosis als Weltreligion)
Jüdische Metagnosis I (Jacob Taubes, Der dogmatische Mythos der Gnosis)
Jüdische Metagnosis II (Martin Buber, Christus, Chassidismus, Gnosis)
Christliche Metagnosis I (Adolf von Harnack, Marcion)
Christliche Metagnosis II (Simone Pétrement, Der abgetrennte Gott)*
Christliche Metagnosis III (Hans Urs von Balthasar, Die christliche Mündung)
Islamische Metagnosis I (Henry Corbin, Das Paradox des Monotheismus)*
Islamische Metagnosis II (Seyyed Hossein Nasr, Die Erkenntnis und das Heilige)
Islamische Metagnosis III (Christian Jambet, ANgelische Philosophie)*
Die magische Seele Arabiens (Oswald Sprengler, Der Untergang des Abendlandes)
Gnosis und Buddhismus (Ferdinand Christian Baur, Die christliche Gnosis)
Indische Gnosis ( Albert Schweitzer, Die Weltanschauung der indischen Denker)

Kryptognosis – Metagnosis – Gnosisforschung
Zweiter Teil: Ein Philosophisches Kolloquium

«Dort nämlich ist unser Veterland, von wo wir gekommen sind» (Plotin, Enneaden I,6 und VI,9)
Kommentar zu Platons «Parmenides» (Proklos, Kommentar zu Platons Parmenides)
Gnosis des absoluten Wissens (Ferdinand Christian Baur, Die christliche Gnosis)
Phänomenologische Gnosis (Raymond Abellio, Manifest der Neuen Gnosis)
Heideggers Gnostizismus (Hans Jonas, Gnosis, Existentialismus und Nihilismus)
Gnosisforschung als Endgestalt der Gnosis (Manfred Sommer, Metaphysikkritik als Gnosis)
Gnosis als Frage der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Kierkegaard)
Atlantische Gnosis (Dietmar Kamper, Der Sturz der Engel)
Hermeneutische Gnosis (HansBlumenberg, Matthäuspassion)

Zweiter Teil: Literarische Modelle

George Gordon Lord Byron: Kain und Luzifer in der Umterwelt
Pierre Gripari: Der kleine Jehova*
Danilo Kiš: Simon der Wundertäter
Patrick McGrath: Der Engel
Leszek Kolakowski: Die große Predigt des Pater Bernardus
Jorge Luis Borges: Eine Ehrenrettung des falschen Basilides

Musikbeispiele

* = für dieses Werk erstmals ins Deutsche übersetzt

Inhalt des zweiten Bandes

Thomas H. Macho: Umsturz nach innen. Figuren der gnostischen Revolte
Vorbemerkung: Lebende und tote Religionen
Konversion und Revolution
Umwertung der Schmerzen
In der Fremd
Nachbemerkung: Vom anderen Wissen

Dritter Teil: Motive der Gnosis

Die versuchte Schöpfung
«Eine Schöpfung läßt sich gar nicht ordentlich denken» (Johann Gottlieb Fichte, Die Anweisungen zum seligen Leben)
Die verfehlte Schöpfung (Emil M. Cioran)
«Reich der Schwere» (Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Ueber das Verhältniß des Realen und Idealen in der Natur)
Die metaphysische Revolte (Albert Camus, Der Mensch in der Revolte)
«Eine ästhetische Gnosis» – Schöpfungen der Kunst (Hugo Ball, Die Flucht aus der Zeit)
«Die nihilistische Weltlosigkeit surrealistischer Erfahrung» (Jacob Taubes, Noten zum Surrealismus)
Dualismen der «Genesis (Ioan P. Couliano, Dualistische Gnosen im Abendland)*

Metaphysik des Lichts
Der Riß (Jacques Lacarriére, Die Gnostiker)*
Die Erschaffung des Lichts (Das Buch Bahir)
Der Urglanz (Das Buch Sohar)
Idee des Nordlichts (Theodor Däubler)
Die göttliche Finsternis (Henry Corbin, Die smaragdene Vision)
Über den Blitz als Vater des Lichts (Franz Xaver von Baader)
Apokalypse des verschlossenen Lichts (Wolfgang Giegerich, Drachenkampf)
Am Wendepunkt der Evolution (Athus Young, Der kreative Kosmos)

Archonten, Demiurgen, Engel und Dämonen
Die Lehre der Katharer (Aus einem Codex der Stadtbibliothek von Cesena)*
Es gibt eine böse Ewigkeit und einen bösen Gott (Liber de duobus principiis)*
Die Frage nach dem Bösen ( Denis de Rougemont, Die Liebe und das Abendland)
Die grausame Welt des Demiurgen (Steven Runciman, Der mittelalterliche Manichäismus)
Satans Magus und das Monster (Adolf Holl, Der Fisch aus der Tiefe)
Im Kapitalismus habt ihr Angst (Dieter Duhm, Angst im Kapitalismus)

Umwertung der Werte: Luzifer, Kain und Judas
Die Klugheit der Schlage (Theophrastus Paracelsus)
Von Kain zu Christus (Giacomo Leopardi, Das Gedankenbuch)
Demians Zeichentheorie (Hermann Hesse, Demian)
Mein Name ist Kain (manuel Vicent)
Vom Wesen des luzerischen Prinzips (Rudolf Steiner, Der Orient im Lichte des Okzidents)
Gottes Beweis (David Spangler, Gedanken zu Christus)*
Judas Ischarioth (Herfried Münkler, Odysseus und Kassandra)
Der Lieblingsjünger (George I. Gurdjieff, Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel)

Im achten Himmel: Frequenzen der Ekstase
Der gnostische Jubel (Barbara Aland, Was ist Gnosis?)
Der Tanz der Seele (Hazrath Inayat Khan, Das Erwachen des menschlichen Geistes)
In der Oktave des Lichts (Chris Griscom, Die Frequenz der Ekstase)
«Und auch die ganze Welt ist aufgeregt infolge des großen Lichtes» (Hans Leisegang, Die Gnosis)
Feuer (Blaise Pascal, Das Memorial)
Vor Sonnen-Aufgang (Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra)
Punkt Omega (Pierre Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos)

Sündenfälle und Erlösungen
Der Sündenfall (Das Buch Bahir)
Verlust des Zentrum (Louis Claude de Saint-Martin, Irrtümer und Wahrheit)
Inkarnation der Sophia (Vladimir Solov’ev, Die Sophia)*
Erlösungsvorstellungen in der Alchemie (Carl Gustav Jung)
Absturz (Salman Rushdie, Die satanischen Verse)
Der Außerirdische (William Irwin Thompson, Der Fall in die Zeit)
Das Leben – ein Film (Hugo Ball, Byzantinisches Christentum)

Geburt, Fehlgeburt und Wiedergeburt
Geburt der Seele (Meister Eckhart, Deutsche Predigten und Traktate)
Neue Wiedergeburt (Jakob Böhme)
Vier Stufen der Wiedergeburt (Friedrich Christoph Oetinger)
Das Nichts als Same und Schoß (Karl Kerényi, Mythologie und Gnosis)
«Zimzum» – Gottes Geburtstrauma (Harold Bloom, Kabbala)
Das Zerbrechen der Gefäße (Giora S. Shoham, Die Brücke zum Nichts)*
Urszenen des Austritts (Stanislav Grof, Das Abenteuer der Selbstentdeckung)

Schwarze Gnosis: Spurenelemente des Primärmasochismus
Texte um Nichts (Samuel Beckett)
«Es gibt den Körper nur für das Schuldgefühl» (Edmond Jabès)
Septem Sermones ad Mortuos (Carl Gustav Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken)
Mahnrede Christi an die Klienten über die Notwendigkeit der Entsagung (Peter Zagermann, Eros und Thanatos)
«Ich habe die Liebe zurückgewiesen» (Albert Caraco, Brevier des Chaos)
«Denn nicht das Leiden Befreit, sondern der Wunsch zu leiden» (Emile M. Cioran, Dasein als Versuchung)
«Analogia Doloris» – Das manichäische Urdrama des Lichts (Karl Matthäus Woschitz, Der Mythos des Lichtes und der Finsternis)

Die libertinische Gnosis: Sophia und die Mysterien des Geschlechts
Die Jüngerin Maria Magdalena (Pistis Sophia)
Improvisationen zur Genesis (Elaine Pagels, Adam, Eva und die Schlange)
«Ich habe zu Söphchen Religion – nicht Liebe» (Novalis)
«Du magst es, du wirst sehn!» (Anthony Burgess, Der Fürst der Phantome)
Düstere Liebe zur Finsternis (Georges Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis)
Religiöser Nihilismus (Gershom Scholem, Der Nihilismus als religiöses Phänomen)
Der gnostische Selbstmord (Lawrence Durrell, Monsieur oder Der Fürst der Finsternis)

Der fremde und verborgene Gott
Gestalten der universalen Selbstbegegnung: die Seele wird hell (Ernst Bloch, geist der Utopie)
Der Urmensch an der Schwelle des Jenseits (Das Buch Sohar)
Die Differenz (Philippe Nemo, Hiob und das Übermaß des Bösen)*
Gottes Weltfremdheit (Karl Bach, Der Römerbrief)
Das Gottesprogramm (John Updike, Das Gottesprogramm – Roger Version)
Theologisch-politische Fragmente (Walter Benjamin)

Zur Phänomenologie der Weltfremdheit
Fremdes Zuhause, urvertraute Fremde (Ernst Bloch, Spuren)
«Die arme Seele ist ein Feuer, das da brennet» (Jakob Böhme)
Auf das Grab von Christian Rosenkreutz
(Fernando Pessoa, Esoterische Gedichte)
Die Heimkehr des kleinen Prinzen (Antoine des Saint-Exupéry, Der kleine Prinz)
Reise nach Indien (Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte)
Vom Standpunkt der Erlösung (Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
«Gott ist nicht in der Zeit» (Simone Weil)

Vierter Teil: Gnostische Hieroglyphen – Ein Florilegium

Jenseits von Tod und Leben
Abschließendes Kolloquium der Gelehrten
Zur Grenze der Welt
Erinnerungsspuren
Postscriptum
Nachweise

Anhang

Quellenverzeichnis
Verzeichnis der Autoren und anonymen Werke
Gnostisches glossar

* = für dieses Werk erstmalig ins Deutsche übersetzt